Freitag, 27. November 2009

Dubai - ist Schlaraffenland abgebrannt?

Die Börsen kaben es mit Kursstürzen quittiert. Besonders betroffen waren einmal mehr Finanzwerte und Emerging Markets. Die Rede ist von den verlautbarten Zahlungsschwierigkeiten rund um Dubai World.

Was den Aktiensektor angeht, ist die Kurskorrektur zunächst nur als gesund zu bezeichnen angesichts des zum Teil schon überbordenden Optimismus, der rund um das Schlagwort "Jahresendrallye" geherrscht hatte.

Weitaus mehr und auch nachhaltiger betroffen werden Anleger in geschlossenen Immobilienfonds sein, die an den märchenhaften Entwicklungen rund um das Bau- und Finanzgeschehen in Dubai partizipieren wollten. Da für diese Kapitalanlagen (genauer: unternehmerischen Beteiligungen) kaum Veräußerungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, bleibt in vielen Fällen nur Abwarten als Option. Die Renditen, die seitens der Initiatoren und Vertriebsgesellschaften in Aussicht gestellt wurden, werden vielfach an der Realität vorbeigehen. Die Kündigung des Doppelbesteuerungsabkommens mit Dubai zum 31.12.08 tut ein Übriges, um die Teilhabe am bislang beispiellosen Boom zu erschweren.

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Mittwoch, 18. November 2009

Hedgefonds ins Depot?

“Der Bundesminister der Finanzen warnt: Bei diesem Investmentfonds müssen Anleger bereit und in der Lage sein, Verluste des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust hinzunehmen.“
Besitzer von Zertifikaten der K1 Global Ltd. können sich für diesen Warnhinweis buchstäblich nichts mehr kaufen, zumal er aufgrund einer Eigentümlichkeit des deutschen Wertpapierhandelsrechts auf den Verkaufsunterlagen ihres – nunmehr vermutlich wertlosen – Investments fehlt. Entsprechendes gilt für Käufer der Homm-Select-I-Zertifikate, mit denen man an den Spekulationsgeschäften des Florian Homm (laut Vertriebsbroschüre einer der “herausragendendsten“ Fondsmanager in Europa) teilhaben durfte.

Wenn bei Hedgefonds grundsätzlich ein nicht nur theoretisches Totalverlustrisiko besteht, dürften sich zwei Dinge von selbst verstehen:
1. Streuen, d.h., in ein gemischtes Portfolio, etwa über einen Dach-Hedgefonds, investieren.
2. Nur als Beimischung, zusätzlich zu “gewöhnlichen“ Anlagen wie Aktien, Renten und Immoblien.

Als dritten Punkt lässt sich ergänzen: Keine Wunderdinge erwarten. Im Finanzkrisenjahr 2008 konnten nur wenige der hierzulande für Privatanleger verfügbaren Hedgefonds ihren selbstgesetzten Anspruch auf eine marktunabhängige positive Wertentwicklung erfüllen.

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Montag, 9. November 2009

Geldparkplätze

Lohnt es sich überhaupt noch, nach einigermaßen attraktiven Renditen Ausschau zu halten, wenn man sich nicht langfristig binden will? Es kommen Zweifel auf:

Die aktuellen Zinssätze p.a.
Girokonten: 0 bis 0,25%
Tagesanleihe des Bundes: 0,18%
Tagesgelder kaum über 1% (außer ggf. hier und da über 2%, aber nur für Neukunden und nur befristet)
Termingelder unter 1 Jahr Laufzeit: kaum über 1%
1-jährige Finanzierungsschätze des Bundes: 0,70%

Alternativen:
1) Längerfristig anlegen für höhere Zinsen. Heißt allerdings, sich mit den auch im längeren Laufzeitbereich vergleichsweise niedrigen Zinsen begnügen zu müssen.

2) Geldmarktfonds: Bedingt empfehlenswert. Voraussetzungen: Durchgängige Wertsteigerung die gesamte Finanzkrise hindurch und kein Ausgabeaufschlag. Beispiele: ESPA Cash Euro Plus (WKN 971092), DJE Intercash (WKN 164321). Rentieren zzt. unter 2%, bieten aber die Chance, bei mittelfristig ansteigenden Zinsen automatisch dabei zu sein.

3) Offene Immobilienfonds: Empfehlenswert. Voraussetzungen: Durchgängige Wertsteigerung die gesamte Finanzkrise hindurch, kein Ausgabeaufschlag, keine Rücknahmebeschränkungen. Beispiel: SEB ImmoInvest (WKN 980230). Sollte auch zzt. für nahezu 4% gut sein. Schont außerdem den Sparerpauschbetrag bzw. Freistellungsauftrag wegen des hohen steuerfreien Ertragsanteils.

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Donnerstag, 5. November 2009

Wann steigen die Zinsen?

Nachdem die australische Zentralbank diese Woche die Leitzinsen zum zweiten Mal binnen kurzer Frist auf nunmehr 3,5% erhöht hat und auch Deutschland nach vorläufigen Auswertungen die Rezession überwunden hat, stellt sich die Frage, ob und wann auch die EZB den Zinserhöhungszyklus einleiten wird.

In der Tat ist davon auszugehen, dass der nächste Zinsschritt in Euroland nach oben gehen wird. Über den Zeitpunkt und das Tempo ist hingegen der Spekulation Tür und Tor geöffnet. Davon ausgehend, dass die EZB ihre Politik der ruhigen Hand beibehalten wird und angesichts der Tatsache, dass insbesondere Spanien und Italien noch weit davon entfernt zu sein scheinen, die Konjunkturkrise zu überwinden, dürfte es in diesem Jahr zu keinem Zinsschritt mehr kommen.
Australiens zweimalige Zinserhöhungen spiegeln dagegen den Umstand wider, dass das Land als einzige Industrienation weltweit im ersten Halbjahr ein reales Wirtschaftswachstum zu verzeichnen hatte.

Es ist davon auszugehen, dass das schon historisch zu nennende Zinstief bei uns weiter anhalten wird: Für Anleger keine berauschenden Aussichten angesichts Renditen von zzt. 2,48% für 5-jährige Bundesanleihen und Zinsen knapp über der Nulllinie für Tagesgelder und Spareinlagen. Hier bleiben ausgesuchte offene Immobilienfonds – ohne Ausgabeaufschlag! – die bessere Alternative. Für Immobilienbesitzer und solche, die es werden wollen, dürfte Baugeld noch eine Weile äußerst günstig bleiben.

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Montag, 2. November 2009

Riester-Zulagen sichern

Alle Jahre wieder im vierten Quartal rüsten einige Versicherungsgesellschaften zur Riester-Offensive. Nicht Neugeschäft soll hierbei primär generiert werden; dies wird womöglich als Add-on unter Cross-Selling-Gesichtspunkten angestrebt.

Es gehr vielmehr um Mailing-Aktionen, die die Riester-Sparer daran erinnern sollen, die staatliche Altersvorsorgezulage, so sie ihnen aufgrund der Förderberechtigung zusteht, auch zu beantragen. Diese Aktionen sind insoweit löblich, da sie das Risiko minimieren, dass Zulagen trotz Berechtigung nach Ablauf der Antragsfrist von zwei Jahren ersatzlos verfallen und damit die Rendite des Riester-Vertrages bzw. die spätere Rentenhöhe merklich und vor allem unnötig mindern.

Andererseits deutet die Notwendigkeit solcher Erinnerungen ebenso wie die dennoch hohe Anzahl von Fällen mit verfallenen Zulagen an, dass es um die Qualität der vor einigen Jahren bei Vertragsabschluss erfolgten Beratung nicht herausragend gut bestellt gewesen sein kann, wurde doch zu Beginn der Riester-Ära maßgeblich mit den Altersvorsorgezulagen als DEM Verkaufsargument getrommelt (nicht nur von der Assekuranz, sondern auch von der damaligen Bundesregierung).

Wer bislang nicht um das jährliche Procedere des Zulagenantrags herum kam, also Sparer eines Riester-Vertrages der ersten Stunde ist, sollte sich mit seinem Anbieter hinsichtlich der Möglichkeit in Verbindung setzen, einen Dauerzulagenantrag zu stellen, wie er seit geraumer Zeit zulässig und bei Produkten der jüngeren Generation quasi ausschließlich zum Einsatz kommt. Dies vereinfacht die Abwicklung für alle Beteiligten ungemein. Und es erhöht die Chance, dass sich auch ein Riester-Vertrag der ersten Stunde rückblickend als lukratives Investment erweist.

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